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Fundstück: Ratgeber zum barrierefreien Wohnen

Treppen, Schwellen und Türrahmen können Menschen mit Mobilitätseinschränkungen in ihrem Alltag behindern. Umso wichtiger ist es, die eigenen vier Wände barrierefrei zu gestalten. Wie das geht, zeigt das Ratgeberheft FreiRäume 2018-2020.

Barrierefreies Wohnen
© FreiRäume/Laible Verlagsprojekte

Für Menschen mit Sehbehinderung bedeutet eine barrierefreie Wohnung etwas anderes als für einen Rollstuhlfahrer oder eine Person mit Demenz – das weiß auch FREIräume, ein Magazin für barrierefreies Bauen und Wohnen. Dementsprechend vielfältig ist der alle zwei Jahre erscheinende Ratgeber aufgebaut.

Der Frage, wie sich ein Garten so gestalten lässt, dass er sich auch mit körperlichen Einschränkungen möglichst leicht pflegen lässt, gehen die Autoren und Autorinnen des 128 Seiten starken Magazins genauso nach, wie der, welche unterschiedlichen Rampen es zur Überwindung von Türschwellen gibt. Hilfreich sind unter anderem die vielen konkreten Tipps – zum Beispiel zum barrierefreien Wohnen für Menschen mit Parkinson. Ihnen können etwa Fußböden mit Schachbrettmuster helfen, sogenannte Freezing-Episoden zu überwinden, erklärt die Architektin Šárka Voríšková. Freezing-Episoden beschreiben bei Parkinson-Patienten eine plötzlich einsetzende Gangstörung, bei der sie ihre Arme und Beine nicht mehr bewegen können. Sie sind quasi „eingefroren“. Wie ein Schachbrettmuster hier helfen kann? Das klare Raster hilft Betroffenen, ihre Füße wieder zu setzen und die Starre zu durchbrechen.

So vielfältig die Themen sind, so spezifisch ist die Zielgruppe, an die sich FreiRäume richtet: Interessant ist der Ratgeber tatsächlich vor allem für Menschen, die selbst bauen oder ihre Wohnung umbauen wollen. Für sie haben die Autoren und Autorinnen auch eine Reihe praktischer Checklisten erstellt. Die Listen zeigen beispielsweise, wie sich Stolperfallen durch mehr Licht minimieren lassen, geben Ratschläge, welche Bodenbeläge für welche Zimmer geeignet sind und informieren über die Maße, die eine Tür haben muss, damit auch Rollstuhlfahrer durch sie hindurchkommen (siehe Infokasten).

Die perfekten Maße einer barrierefreien Tür

  • Türen sollten eine Breite von 80 bis 90 Zentimeter haben – für den Rohbau bedeutet das eine Maueröffnung von 1,01 Metern.
  • Die Tür sollte sich zum größeren Raum hin öffnen lassen.
  • Türgriffe werden optimal in einer Höhe von 85 Zentimeter angebracht.

Da Bau- beziehungsweise Umbaumaßnahmen immer auch finanziert werden müssen, geht ein Kapitel eigens auf die verschiedenen Fördermöglichkeiten ein. Denn für den Abbau häuslicher Barrieren gibt es nicht nur Zuschüsse von den Kranken- und Pflegekassen. Wer selbst baut, kann gegebenenfalls Fördermittel von Ländern und Kommunen beantragen. So bezuschusst etwa das Land Hessen barrierereduzierende Modernisierungen von Wohngebäuden mit bis zu 50.000 Euro.

Ganz konkret wird es dann noch mal am Ende der aktuellen Ausgabe von FreiRäume. Hier finden Bauwillige die aktuelle DIN-Norm 18040-2 zum barrierefreien Bauen von Wohnungen. Die Baunorm ist zwar nicht in allen Bundesländern verpflichtend, sie kann aber bei der Planung und Umsetzung helfen. Ergänzt werden die DIN-Angaben durch eine Adressliste zu Fachplanern und Architekten. Denn das wissen auch die Autoren und Autorinnen von FreiRäume: Wer selbst bauen möchte, braucht professionelle und individuelle Beratung.

„FreiRäume. Barrierefrei bauen und wohnen“ wird alle zwei Jahre von Laible Verlagsprojekte herausgegeben. Die aktuelle Ausgabe 2021/22 kostet 8,90 Euro (zuzüglich Versand) und kann direkt über die Website des Verlags bestellt werden.