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Kurz erklärt: Beckenboden

Gegen Inkontinenz kann eine starke Beckenbodenmuskulatur helfen. Doch wo genau liegt diese Muskelgruppe und was ist ihre Funktion? Eine Erklärung.

Beckenboden: Lage und Aufbau

Der Beckenboden ist eine von Bindegewebe und Bändern umgebene Muskelgruppe, die in drei Schichten den Bauchraum und die Beckenorgane von unten abschließt. Die Muskelstränge verlaufen längs und quer und reichen vom Schambeinknochen bis nach hinten zum Kreuz- und Steißbein. An den Seiten setzen die Muskeln bei den Sitzbeinhöckern an. Für Enddarm und Harnröhre gibt es jeweils eine Öffnung, bei Frauen eine zusätzliche für die Scheide. Auch der Damm ist Teil des Beckenbodens – bei Männern liegt er zwischen Hodensack und After, bei Frauen zwischen Scheide und After.

 

Beckenboden
Illustration: Henry Gray (1918) Anatomy of the Human Body | www.wikibooks.org

Funktion des Beckenbodenmuskels

Die Beckenbodenmuskulatur hält die Bauch- und Beckenorgane an Ort und Stelle und arbeitet mit den Bauch- und Rückenmuskeln. Das komplexe Zusammenspiel ermöglicht so eine aufrechte Haltung. Der Beckenboden steht auch in Verbindung mit der Atemmuskulatur und unterstützt den Schließmuskel von Harnröhre und After in seiner Funktion. Beim Husten, Lachen oder Niesen sowie bei starkem Pressen auf der Toilette oder beim Anheben eines schweren Gegenstandes erhöht sich der Druck auf den Bauchraum – der sogenannte Kontinenzwinkel wird kleiner und die Beckenbodenmuskulatur spannt sich reflektorisch an. Bei einem schwachen Beckenboden gibt die Muskulatur jedoch nach, und es können Urintropfen austreten. Dies kann ein erstes Anzeichen für eine Harninkontinenz sein – genauer gesagt für die sogenannte Belastungsinkontinenz. Um einen ungewollten Verlust von Urin zu verhindern, kann das Trainieren der Beckenbodenmuskulatur helfen.